Motivationen messbar machen

Gunter Dueck fragt in seinem aktuellen Blogbeitrag zum Thema Führung mit dem Titel Der ökonomische Stimulus-Response-Wahn simpler „Chefs“

„Kann man wundervolle Reaktionen („responses“) erwarten, wenn nur lausige Stimuli durch beschränkt aktionsfähige Stimulanten angewendet werden?

Warum verzweifeln die Stimulusgeber immer an den mangelhaften Responses der Stimulierten? Warum legt niemand Hand an die Stimulusseite? Wer herrscht denn dort überhaupt, auf der Stimulusseite?“

Das, was er dort aus dem Behaviorismus zitiert und zusammen trägt ist nun sein Bild der aktuellen Führungs-Situation. Es stellt sich jedoch zunehmend heraus, dass neuere Instrumente wie das Reiss-Profil (RP), die MotivStrukturAnalyse (MSA) oder die MotivationsPotenzialAnalyse (MPA), hilfreich eingesetzt werden können, um die Bewusstseinslücke der Chefs zu schließen.

In den oben genannten Analysen geht es darum, die Motivation der Mitarbeiter zu messen und, anhand daraus entwickelter Profile, Hilfestellungen für die Führungskräfte zu geben.

Als ich 2006 begann, mich mit dem RP auseinander zu setzen, merkte ich, wie ich mein Verhalten verändern konnte und mit der Kenntnis der Wirksamkeit von Werten und Motiven auf messbarer Basis, Handlungsszenarien erstellen liessen. In der MSA entdeckte ich dann eine Verfeinerung der Thematik. Dennoch gab es immer wieder in der Anwendung Fragestellungen durch Klienten, die darauf hinwiesen, dass die Motivation noch besser erfasst werden könnte. Mit der MPA bin ich nun fündig geworden und habe gleich begonnen, sie einzusetzen. Dabei lassen sich mit gemessenen Motivationen vielfältige Beratungsbereiche in sehr guter Qualität gestalten.

Motive und Führung

Die Herausforderung an die neuen Chefs besteht darin, dass sie die Motive ihrer Mitarbeiter bedienen müssen, statt sich aus den eigenen Motiven zu überlegen, welche Belohnung eine entsprechende Handlung nach sich zieht. Dabei werden in der MPA die Motive nach wissenschaftlichen Erkenntnissen unterteilt in Motivkategorien und die bipolar wirkenden dazugehörigen Motive. Im RP und in der MSA sind diese beiden Pole dargestellt und welcher Pol stärker oder schwächer ausgeprägt ist. Treffen nun Menschen mit gegenseitig ausgepräten Polen aufeinander, so enstehen Konflikte und Demotivation.

In der MPA wird zusätzlich gemessen, wie stark der jeweilige Pol intrinsisch angetrieben ist. Dies ist ein deutlicher Unterschied zu den beiden vorher genannten Analysen.

Ein Beispiel:

Das Motiv Beziehung in der MSA enthält die Pole kontaktfreudig und distanziert. Menschen, bei denen die Kontaktfreude überwiegt, brauchen Kontakte und Austausch und bewerkstelligen dies oft mit Humor. Distanzierte Menschen ziehen sich eher zurück und empfinden sich als ernsthafter. Sie müssen also unterschiedlich geführt werden. Für den Zurückgezogenen ist gegebenenfalls ein Einzelbüro besser, als ein Großraumbüro. Genau das würde jedoch den Kontaktfreudigen dazu bewegen, mehrmals am Tag seinen Arbeitsplatz zu verlassen, die Türe offen zu lassen, um sich seine Kontakte zu suchen. Somit liefert die MSA in der Auswertung eine gute Unterstützung für den Chef.

Darstellung von Intensität und Verhältnismäßigkeit

Darstellung von Intensität und Verhältnismäßigkeit

Was aus dem Verhältnis von Kontaktfreudigkeit zu Distanziertheit aber nicht hervor geht, ist die Frage, wie stark es den Mitarbeiter denn antreibt, da dies in der Befragung zur MSA nicht messbar nachgefragt wird. Sind nämlich beide Pole mit einem starken Antrieb ausgebildet, so erscheint in der MSA ein 50/50-Wert. Der Mitarbeiter erlebt sich jedoch als sehr dynamisch mal im einen Pol, mal im anderen. Sind beide Pole schwach ausgeprägt, so erscheint ebenfalls ein 50/50 Wert, bei dem sich der Mitarbeiter jedoch nicht unbedingt bedeutend angetrieben fühlt. Auf diesen 50/50-Wert muss der Chef also ganz anders reagieren, als auf den durch höhere Intensität zustande gekommenen.

Spannend im Umgang mit diesen Instrumenten ist eine gewisse Objektivierbarkeit bei einer sehr hohen Individualität des Befragten. Dennoch lassen sich deutliche Qualitätsunterschiede erkennen in der Messgenauigkeit und der daraus resultierenden Aussagemöglichkeit.

Wer also seine Chefs über die Kritik am Behaviorismus hinweg heben will, sollte sich mit diesen Instrumenten befassen. Zertifizierte MSA-Berater, Reiss-Profil-Master und MPA-Experten werden Ihnen gerne weiter helfen.

weitere Informationen gibt es unter folgenden Links:

Reiss-Profil

MSA

MotivationsPotenzialAnalyse MPA

 

 

 

 

2 Kommentare

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