Warum können Pinguine bunt sein?

Gastbeitrag von Michael Höflich

Was Joseph Beuys mit Kommunikation verbindet und warum Pinguine bunt sein können:

Auftakt zum MBA-Studium 2016 an der Münchner Marketing Akademie

Warum besucht man als angehender Master of Business Administration gemeinsam mit dem Dozenten das Lenbachhaus in München? Was hat Malerei mit Marketing zu tun? Und Bildhauerei mit Business? Und überhaupt: Kunst mit Kommunikation? Wesentlich mehr, als wir, die Studenten des MBA Studienganges Nummer 7 der Münchner Marketing Akademie (MMA), uns hätten vorstellen können – bis zum Start der akademischen Ausbildung im April 2016. Aber der Reihe nach:

Zum Auftakt des Studiums an der MMA stehen an zwei Tagen die Themen Führungskompetenzen und Auftreten als Führungskraft auf dem Lehrplan. Dozent und Studiengangsleiter Olaf Keser-Wagner vermittelt zum Einstieg das von ihm entwickelte Model des „8×8“: Werkzeug und Ausgangspunkt für die Gestaltung der unterschiedlichsten Kommunikationsprozesse. Grundlage für dieses Modell war die sogenannte „Dynamische Urteilsbildung“ des niederländischen Sozialwissenschaftlers Lex Bos.

Vier Faktoren spielen dabei eine wesentliche Rolle: Die erkennbaren Fakten, die subjektiven Bewertungen, die formulierte Vision oder das Ziel und der Weg zu eben diesem Ziel. Keser-Wagner hat dieses Model erweitert und verfeinert und seinen Studenten anschaulich vor Augen geführt, dass „8×8“ nicht nur für Veränderungsprozesse und Führungskräfteentwicklung eingesetzt werden kann.

(c) CC Rufus46

Gleich zu Beginn werden unsere persönlichen Vorstellungen anhand des Modells analysiert. Mit dem Ziel, die ersten Learnings in Sachen Präsentation zu vertiefen, geht es anschließend gemeinsam ins Lenbachhaus – das Zuhause der berühmten Sammlung des „Blauen Reiters“.

Was sich dort entwickelte ist ein echter Augenöffner: Jeder Student soll ein Kunstwerk nach kurzer Betrachtungszeit seinen Kommilitonen in maximal fünf Minuten vorstellen und beschreiben. Und siehe da: In der Präsentation von Skulptur, Malerei und Rauminstallation wird deutlich, wie sehr sich Fakten und Meinungen, vermeintliche Tatsachen und subjektive Betrachtungen vermischen: Ist die reitende Amazone aus dem 19. Jahrhundert wirklich nackt?  Hat die Kommilitonin beim Gemälde des Dänen Ansger Jorn nicht die bunten Farbkleckse auf den stilisierten Pinguinen vergessen? Und warum stellt sich jeder die beschriebene Szenerie von Joseph Beuys ein wenig anders vor?

Und so nehme ich neben der handfesten Erfahrung, dass man auch im Museum durchaus laut sprechen darf, eine zentrale Erkenntnis mit: Differenzierte Wahrnehmung, ob als Betrachter eines Kunstwerks oder als Zuhörer bei der entsprechenden Beschreibung, hängt maßgeblich von den „richtigen“ Fragen ab – zentrales Element von „8×8“.

 

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